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FORUM - Heraldisch-Genealogische Gesellschaft ADLER

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Sitzliste Ah. Déjeuner am Samstag, 1. Juni 1918

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8 Monate 1 Woche her - 7 Monate 3 Wochen her #50 von ADLERWien
Wer waren die Persönlichkeiten?

Biographische Anmerkungen

Rechte Tischseite (vom Eingang aus gesehen)

Chef des General-Stabes Generaloberst Baron Arz
Der letzte Chef des Generalstabes der k.u.k. Armee.

Arthur Arz von Straußenburg wurde am 16. Juni 1857 in Hermannstadt (Siebenbürgen) geboren – ein Spross der siebenbürgisch-sächsischen Oberschicht, dessen Familie im 19. Jahrhundert durch Fleiß und militärische Verdienste gesellschaftlich aufstieg. Nach seinem Eintritt in das kaiserlich-österreichische Heer im Jahr 1876 absolvierte er die renommierte Kriegsschule in Wien und trat in den Generalstab ein – der erste Schritt auf einem steilen, wenn auch bedächtig zurückhaltenden Aufstieg durch die Reihen der Monarchie.
Im Ersten Weltkrieg trat Arz durch seine ruhige, sachliche Führungsweise hervor. Er kommandierte zunächst die 15. Infanteriedivision, später das VI. Korps und war maßgeblich an der erfolgreichen Offensive von Gorlice-Tarnów 1915 beteiligt. Auch in den Kämpfen gegen Rumänien bewies er strategisches Gespür und Loyalität zur Donaumonarchie. Im März 1917 ernannte Kaiser Karl I. ihn zum Chef des Generalstabes – eine der mächtigsten militärischen Positionen des Reiches. Kurz darauf wurde Arz zum Generaloberst befördert und 1917 zum Freiherrn mit "Freiherr von Straußenburg" erhoben.
Als Generalstabschef war Arz nicht nur militärischer Koordinator, sondern auch ein intimer Berater des jungen Kaisers. Im Unterschied zu seinem Vorgänger Conrad von Hötzendorf galt er als stiller, pflichtbewusster Beamter des Krieges – kein Draufgänger, sondern ein nachdenklicher Planer. Besonders im letzten Kriegsjahr war er um eine enge Zusammenarbeit mit dem deutschen Oberkommando bemüht, was etwa in der Schlacht von Caporetto 1917 zum Tragen kam. Die letzte große Offensive gegen Italien an der Piave im Juni 1918 scheiterte jedoch, was Arz innerlich tief traf. Seinen angebotenen Rücktritt lehnte der Kaiser ab – ein Zeichen des Vertrauens, aber auch Ausdruck der verzweifelten Lage.
Als sich im Herbst 1918 der Zusammenbruch der Monarchie abzeichnete, war es Arz, der versuchte, den geordneten Rückzug der Streitkräfte zu organisieren. Er erkannte frühzeitig die militärische Aussichtslosigkeit und wirkte auf einen ehrenhaften Abschluss hin. Die tatsächliche Unterzeichnung des Waffenstillstands am 3. November 1918 überließ er jedoch anderen. Damit endete seine militärische Laufbahn ebenso nüchtern und pflichtbewusst, wie sie begonnen hatte.
Nach dem Krieg zog sich Arz zurück. Er lebte eine Zeit lang in Wien, später in Budapest, wo er am 1. Juli 1935 verstarb. Die Erinnerung an ihn lebt weniger in heroischen Legenden fort, sondern im Bild eines besonnenen, integren Offiziers, der in einem untergehenden Reich bis zuletzt versuchte, Haltung zu bewahren.

Quellen:
austria-forum.org/af/AustriaWiki/Arthur_...on_Strau%C3%9Fenburg
www.austro-hungarian-army.co.uk/biog/arz.htm
www.weltkriege.at/Generalitaet/02%20Generaloberst/Arz/arz.htm
veritasintezet.hu/de/alltagsgeschichte/m...rt-jahren-erschienen

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8 Monate 1 Woche her - 7 Monate 3 Wochen her #51 von ADLERWien
Wer waren die Persönlichkeiten?

Biographische Anmerkungen

Rechte Tischseite (vom Eingang aus gesehen)

Kabinettschef Graf Spreti
Der letzte Kabinettschef König Ludwigs III. von Bayern.

Heinrich Graf von Spreti wurde am 30. Mai 1868 in München geboren. Er entstammte einer alten Adelsfamilie und war der Sohn von Graf Theodor von Spreti und dessen Gemahlin Mathilde von Kleinschrod. Nach dem Studium der Rechtswissenschaften an der Ludwig-Maximilians-Universität München trat Spreti 1893 in den bayerischen Staatsdienst ein. Seine frühen Stationen führten ihn als Bezirksamtsassessor nach Tirschenreuth und Traunstein, ehe er 1903 in das Innenministerium wechselte.
1906 wurde Spreti zum Bezirksamtmann in Berchtesgaden ernannt – eine Position, die ihn in direkten Kontakt mit Prinzregent Luitpold brachte und sein politisches Profil weiter schärfte. Sein diplomatisches Geschick und seine Loyalität gegenüber dem Haus Wittelsbach machten ihn zu einem verlässlichen Verwaltungsbeamten und brachten ihm schließlich eine der einflussreichsten Positionen der späten Monarchie ein: Am 13. November 1917 wurde Heinrich Graf von Spreti zum Kabinettschef König Ludwigs III. berufen – ein Amt, das er bis zum Zusammenbruch der Monarchie am 8. November 1918 innehatte.
Parallel zu seiner Tätigkeit als Kabinettschef übernahm Spreti im August 1918 auch die Funktion eines Ministerialdirektors im Innenministerium, die er bis 1923 ausübte. Auch nach der Revolution von 1918 und dem Ende der Monarchie blieb er dem bayerischen Staat treu verbunden. Im September 1923 wurde er zum Regierungspräsidenten von Schwaben und Neuburg ernannt und übernahm wenig später die Regierung von Augsburg.
Spreti galt als überzeugter Monarchist, der jedoch zugleich die Umwälzungen der Zeit mit pragmatischer Haltung akzeptierte. Auch nach dem Sturz Ludwigs III. hielt er an seiner persönlichen Loyalität zum Königshaus fest, wie etwa durch öffentliche Ehrenbezeugungen gegenüber dem ehemaligen Monarchen deutlich wurde. Seine Haltung veranschaulicht eindrucksvoll das Selbstverständnis eines konservativen Staatsbeamten, der sich auch unter den Bedingungen der jungen bayerischen Republik als Diener des Staates verstand.
Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten im Jahr 1933 wurde Heinrich Graf von Spreti in den Ruhestand versetzt. Persönlich trat er nicht in offenkundigen Konflikt mit dem Regime, doch ist aus seiner Biographie eine gewisse Distanz zur neuen politischen Realität erkennbar. Er war verheiratet mit Maria Anna Deym von Stritez und durch seine Mutter zudem mit dem ehemaligen bayerischen Justizminister Karl von Kleinschrod verwandt.
Heinrich Graf von Spreti starb am 7. Januar 1944 in Voithenberghütte bei Furth im Wald. Seine Laufbahn steht beispielhaft für eine Generation von Beamten, die zwischen Monarchie, Revolution und Republik einen Weg der pflichtbewussten Kontinuität suchten – loyal gegenüber der Krone, aber fähig zur Anpassung an den neuen demokratischen Staat.

Quellen:
de.wikipedia.org/wiki/Heinrich_von_Spreti
volkverlag.de/bayrische-gschichten/bayer...nste-der-demokratie/

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8 Monate 1 Woche her - 7 Monate 3 Wochen her #52 von ADLERWien
Wer waren die Persönlichkeiten?

Biographische Anmerkungen

Rechte Tischseite (vom Eingang aus gesehen)

Attaché Professor Tafel
Handelsattaché an der Bayerischen Gesandtschaft in Wien.#

Professor Wilhelm Tafel wurde am 11. Februar 1868 in Gerlafingen im Kanton Solothurn (Schweiz) als Sohn eines Industriellen geboren. Nach dem Besuch technischer Schulen in der Schweiz zog es ihn zum Studium des Maschinenbaus nach München, wo er den Grundstein für eine eindrucksvolle Karriere in Industrie, Wissenschaft und Diplomatie legte. Frühzeitig machte er sich einen Namen im Bereich des Hüttenwesens, was ihm eine Professur an der Technischen Hochschule Breslau einbrachte – zunächst als außerordentlicher, bald darauf als ordentlicher Professor für Hüttenmaschinen- und Walzwerktechnik.
Während des Ersten Weltkriegs wurde Tafel als technischer Experte zeitweise ins Kriegsamt nach Berlin berufen, wo er an strategischen Industriefragen mitwirkte. Im Jahr 1918, in einer Zeit großer politischer und wirtschaftlicher Umbrüche, wurde er als Handelsattaché an die Bayerische Gesandtschaft in Wien entsandt. In dieser Funktion war er maßgeblich an der Pflege und dem Aufbau wirtschaftlicher Beziehungen zwischen Bayern und der sich auflösenden Habsburgermonarchie beteiligt. Seine Expertise, sein diplomatisches Geschick und seine profunden Kenntnisse der Industrie machten ihn zu einem bedeutenden Mittler in einer der schwierigsten Phasen mitteleuropäischer Geschichte.
Nach dem Ende des Krieges kehrte Tafel im Jahr 1919 an die Technische Hochschule Breslau zurück. Dort widmete er sich mit Nachdruck dem Wiederaufbau der akademischen Lehre und Forschung. Besonders hervorzuheben ist seine Gründung der ersten deutschen Versuchsanlage zur Analyse von Walzprozessen, die neue Maßstäbe in der Werkstofftechnik setzte. Für seine Verdienste wurde ihm 1921 von der Technischen Hochschule München die Ehrendoktorwürde verliehen. Zwischen 1926 und 1928 amtierte er zudem als Rektor der Technischen Hochschule Breslau.
Professor Wilhelm Tafel verstarb am 1. November 1931 in Breslau. Er hinterließ nicht nur bedeutende wissenschaftliche Arbeiten, sondern auch eine beeindruckende Lebensleistung im Dienste von Forschung, Technik und internationalem Austausch in einer Zeit großer Umbrüche.

Quellen:
de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Tafel

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8 Monate 1 Woche her - 7 Monate 3 Wochen her #53 von ADLERWien
Wer waren die Persönlichkeiten?

Biographische Anmerkungen

Rechte Tischseite (vom Eingang aus gesehen)

Erster Stallmeister Graf van der Straten
Bewahrer der Spanischen Hofreitschule in Zeiten des Umbruchs.

Rudolf Graf van der Straten-Ponthoz, Spross einer belgisch-österreichischen Adelsfamilie, diente dem alten Kaiserhaus mit Würde – und wurde zum Retter eines kaiserlichen Erbes: der Spanischen Hofreitschule in Wien.
Geboren 1877 als Sohn des belgischen Diplomaten Rudolph van der Straten und tief verwurzelt in der Welt des Hochadels, schlug Rudolf früh die Offizierslaufbahn ein. Als Rittmeister und Kämmerer diente er dem Hof mit Disziplin und Stil, und sein Weg führte ihn schließlich in einen der prestigeträchtigsten Ämter der kaiserlichen Umgebung – als Erster Stallmeister. Dieses Amt war nicht bloß ein Titel; es war die Verantwortung über das lebendige Erbe der kaiserlichen Reitkunst, die seit Jahrhunderten in der Spanischen Hofreitschule gepflegt wurde.
Der Erste Weltkrieg hatte das Gefüge der Monarchie zerstört. Doch wo viele Traditionen der Geschichte überlassen wurden, setzte van der Straten ein Zeichen: 1919 übernahm er die Leitung der Spanischen Hofreitschule – ein fragiler Ort zwischen barocker Glanzzeit und republikanischer Realität. Offiziell leitete er die Schule ab 1921 und brachte Ordnung, neue Strukturen und – vielleicht am wichtigsten – eine Öffnung zur Öffentlichkeit.
Unter seiner Leitung fand die Reitschule nicht nur neue Stabilität, sondern auch internationale Beachtung. Tourneen nach Berlin (1925), London (1927), Den Haag (1928) und Brüssel (1932) machten die edlen Lipizzaner und ihre kunstvollen Lektionen weltberühmt. Die Schule war nicht länger ein abgeschirmter Hort der Elite, sondern wurde zum kulturellen Botschafter der jungen Republik Österreich. Es war van der Stratens Verdienst, dass die Institution auch ohne Kaiserthron weitergaloppierte – nun getragen von öffentlichem Interesse, staatlicher Förderung und internationaler Anerkennung.
Sein Wirken war geprägt von Respekt vor der Tradition und klarem Blick für die Zukunft. Er konsolidierte die "inneren und äußeren Verhältnisse" der Schule, modernisierte Verwaltung und Reitbetrieb, und verwandelte einen kaiserlichen Schatz in ein nationales Kulturgut.
Graf van der Straten starb 1961, doch sein Vermächtnis lebt fort: in der andächtigen Stille der Winterreitschule, im kraftvollen Takt der Hohen Schule – und in jedem Besucher, der staunend das Vermächtnis eines Mannes erlebt, der die Zügel nie aus der Hand verlor.

Quellen:
de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Tafel
alex.onb.ac.at/cgi-content/alex?aid=shb&...918&size=45&page=409

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8 Monate 1 Woche her #54 von ADLERWien
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Biographische Anmerkungen

Linke Tischseite (vom Eingang aus gesehen)

Flügeladjutant Rittmeister Freiherr von Perfall
Vermittler zwischen dem König und der militärischen Führung.

Gustav Freiherr von Perfall wurde am 2. Februar 1883 in eine altehrwürdige bayerische Adelsfamilie hineingeboren, deren Wurzeln bis ins 17. Jahrhundert zurückreichen. Die Familie von Perfall war eng mit dem bayerischen Hof verbunden und stellte über Generationen hinweg hohe Beamte und Offiziere in Diensten der Krone. Auch Gustav schlug eine militärische Laufbahn ein, die ihn nicht nur in die Reihen der bayerischen Kavallerie, sondern später in die unmittelbare Nähe des Königs führte.
Nach seiner Offiziersausbildung trat Gustav in ein Kavallerieregiment der bayerischen Armee ein und bewährte sich dort als disziplinierter und standesbewusster Soldat. Seine Herkunft, sein Auftreten und seine militärischen Fähigkeiten machten ihn schon früh für höhere Aufgaben am Hof geeignet. Am 1. Juni 1915 wurde er zum Rittmeister befördert und erhielt kurz darauf die ehrenvolle Berufung zum Flügeladjutanten Seiner Majestät des Königs von Bayern. Diese Position zählte zu den angesehensten des königlichen Hofstaats, da sie eine enge persönliche Verbindung zum Monarchen bedeutete. Als Flügeladjutant diente von Perfall somit nicht nur als Repräsentant des Hofes bei militärischen Anlässen, sondern auch als Berater, Begleiter und Vermittler zwischen dem König und der militärischen Führung.
Während des Ersten Weltkriegs spielte Gustav von Perfall eine bedeutende Rolle innerhalb des Hofmilieus. In einer Zeit, in der der bayerische König Ludwig III. trotz der Kriegswirren an den protokollarischen und repräsentativen Pflichten festhielt, war es Aufgabe der Flügeladjutanten, diese Kontinuität zu wahren und die königliche Präsenz auch nach außen sichtbar zu machen. Gustav war regelmäßig an der Seite des Monarchen bei Inspektionsreisen, Audienzen und offiziellen Empfängen zu sehen und genoss innerhalb des Hofes großes Vertrauen. Seine Tätigkeit verlangte nicht nur militärisches Geschick, sondern auch diplomatisches Feingefühl und absolute Loyalität – Qualitäten, die ihn in der höfischen Welt sehr geschätzt machten.
Nach dem Ende der Monarchie und der Umwälzungen von 1918 blieb Gustav von Perfall zunächst weiterhin im militärischen Dienst. Wie viele andere altgediente Offiziere fand er seinen Platz in der Reichswehr, dem Vorläufer der Wehrmacht. In den 1920er- und frühen 1930er-Jahren stieg er dort weiter auf und übernahm ab dem 1. Oktober 1932 das Kommando über das 17. (Bayerische) Reiter-Regiment mit Sitz in Bamberg. Dieser Verband hatte vor allem Aufklärungsaufgaben, und Perfall wurde als ein militärisch versierter, aber auch traditionell geprägter Führer wahrgenommen. Sein Führungsstil war von preußisch-bayerischer Strenge geprägt, aber auch von einem ausgeprägten Pflichtbewusstsein, das ihn durch seine gesamte Karriere begleitet hatte.
Mit Beginn des Zweiten Weltkriegs wurde Gustav Freiherr von Perfall 1939 in den Rang eines Generalleutnants erhoben. Obwohl seine aktive militärische Laufbahn in dieser Phase allmählich ihrem Ende entgegenging, blieb er durch seine lange Erfahrung und seine höfische Vergangenheit eine respektierte Persönlichkeit im Offizierskorps. Sein öffentliches Wirken trat in den folgenden Jahrzehnten zunehmend in den Hintergrund, doch in historischen und militärischen Kreisen galt er weiterhin als herausragender Vertreter der alten Offizierstradition des Königreichs Bayern.
Gustav Freiherr von Perfall starb am 27. Februar 1969. Er hinterließ das Bild eines Mannes, der in zwei politischen Systemen – der Monarchie und der Republik – aufrecht diente, der Königstreue und soldatisches Ethos miteinander verband und der wie kaum ein anderer die Übergangszeit zwischen altem Hofadel und moderner Armee verkörperte. Sein Leben ist ein Spiegelbild jener Generation, die noch im Glanz der Monarchie ausgebildet wurde, jedoch das Ende des Königreichs Bayern und die tiefgreifenden Veränderungen des 20. Jahrhunderts miterleben musste – standhaft, pflichtbewusst und stets mit dem Blick auf Ehre und Herkunft.

Quellen:
www.lexikon-der-wehrmacht.de/Personenreg...rfallGustavFrhrv.htm
de.wikipedia.org/wiki/Perfall_%28Adelsge...m_source=chatgpt.com
Hof- und Staatshandbuch des Königreichs Bayern

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8 Monate 1 Woche her - 7 Monate 3 Wochen her #55 von ADLERWien
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Flügeladjutant Oberst Graf zu Castell-Castell
Flügeladjutanten des bayerischen Königs.



Graf Otto Friedrich zu Castell-Castell wurde am 12. Mai 1868 im fränkischen Castell geboren, als Spross eines der ältesten und angesehensten Adelsgeschlechter Bayerns. Die Familie Castell-Castell gehörte zum mediatisierten Hochadel, war also einst reichsunmittelbar gewesen und nach der Säkularisation in den bayerischen Hochadel integriert worden. Aus diesem Umfeld heraus war es beinahe selbstverständlich, dass Otto eine militärische Laufbahn einschlug – und diese mit außergewöhnlicher Loyalität und Disziplin verfolgte.
Er trat im Jahr 1886 als Fähnrich in das 1. Ulanen-Regiment "Kaiser Wilhelm II." der Bayerischen Armee ein. Sein Talent und seine Verlässlichkeit blieben nicht unbemerkt. Nach seiner Ausbildung an der Reit- und Kriegsakademie wurde er im Jahr 1900 zum Adjutanten der IV. Armee-Inspektion ernannt – ein deutliches Zeichen für das in ihn gesetzte Vertrauen. Bereits im Dezember desselben Jahres erhielt er, damals noch im Rang eines Oberleutnants, die ehrenvolle Berufung zum Flügeladjutanten des bayerischen Königs. In dieser Funktion war er unmittelbar dem Monarchen zugeordnet – zunächst König Otto von Bayern, tatsächlich aber dem Prinzregenten Luitpold, später dann König Ludwig III.
Die Position des Flügeladjutanten war keine rein militärische: Sie verlangte Diskretion, diplomatisches Geschick und absolute persönliche Loyalität. Graf Otto erfüllte diese Anforderungen offenbar mit großer Umsicht und Pflichtbewusstsein. Auch seine Beförderungen spiegeln das wider: Er wurde zügig zum Rittmeister, dann zum Oberstleutnant befördert, und während des Ersten Weltkriegs erreichte er im Oktober 1914 den Rang eines Oberst.
In der turbulenten Zeit des Kriegsendes und des beginnenden Umbruchs blieb Castell-Castell seiner Rolle treu. Selbst als das alte System zu wanken begann, hielt er sich im Hintergrund und diente dem Königshaus bis zur offiziellen Auflösung der Monarchie. Am 28. Dezember 1918, kurz nach dem Ende des Ersten Weltkriegs und dem Rückzug König Ludwigs III., wurde er in den Ruhestand versetzt – mit dem Charakter eines Generalmajors, eine Auszeichnung, die seine langjährige Treue würdigte.
Auch privat war Otto Friedrich Graf zu Castell-Castell eng mit dem Hochadel verbunden: Er war verheiratet mit Amalie Prinzessin zu Löwenstein-Wertheim-Freudenberg, wodurch zwei bedeutende Adelslinien miteinander verbunden wurden. Nach dem Ende seiner aktiven Laufbahn zog sich der Graf ins Privatleben zurück. Er starb am 8. Juli 1939 im oberösterreichischen Hochburg-Ach, weitgehend unbeachtet von der Öffentlichkeit, doch mit einer eindrucksvollen Lebensleistung, die ihn als einen der letzten engen Vertrauten der bayerischen Monarchie auszeichnete.

Quellen:
prussianmachine.com/aok/castell_o.htm
gmic.co.uk/topic/81755-otto-friedrich-graf-zu-castell-castell/
de.wikipedia.org/wiki/Castell_%28Adelsgeschlecht%29

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