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Sitzliste Ah. Déjeuner am Samstag, 1. Juni 1918
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8 Monate 1 Woche her - 7 Monate 3 Wochen her #44
von ADLERWien
ADLERWien antwortete auf Sitzliste Ah. Déjeuner am Samstag, 1. Juni 1918
Wer waren die Persönlichkeiten?
Biographische Anmerkungen
Linke Tischseite (vom Eingang aus gesehen)
Staatsminister von Dandl
Bayerischer Ministerpräsident.
Otto Ritter von Dandl wurde am 13. Mai 1868 in Straubing geboren und stieg im Laufe seines Lebens zu einer der bedeutendsten Persönlichkeiten der letzten Jahre der bayerischen Monarchie auf. Nach dem Abitur im Jahr 1886 studierte er Rechtswissenschaften in München und trat 1890 in den bayerischen Staatsdienst ein. Als Jurist durchlief er verschiedene Stationen, zunächst als Amtsrichter, dann als Beamter im Justizministerium, wo er sich durch Fleiß und Loyalität rasch hocharbeitete.
Ein entscheidender Wendepunkt seiner Karriere war seine Berufung in die Geheimkanzlei des Prinzregenten Luitpold im Jahr 1906. Dort lernte er die Mechanismen der Hofpolitik kennen und wurde ein enger Vertrauter des späteren Königs Ludwig III. 1912 wurde er zum Staatsrat und Kabinettschef ernannt – ein Amt, das ihm unmittelbaren Zugang zur königlichen Entscheidungsfindung verschaffte.
Mitten im Ersten Weltkrieg, am 11. November 1917, übernahm Dandl die Leitung des bayerischen Ministerrats und wurde damit Ministerpräsident. Als solcher stand er an der Spitze eines Königreichs, das zunehmend unter dem Druck der Ereignisse in Berlin und an den Fronten litt. Dandl bemühte sich, den Handlungsspielraum Bayerns gegenüber dem Reich zu wahren und trat mehrfach für Verständigungsinitiativen ein. Im Inneren setzte er Reformen in Gang, die Bayern zu einer parlamentarischen Monarchie mit modernem Wahlrecht umgestalten sollten.
Die dramatischen Umwälzungen des Novembers 1918 bestimmten die letzten Tage seiner Amtszeit. Angesichts revolutionärer Unruhen riet er König Ludwig III. zur Flucht aus München. Am 8. November wurde die Monarchie durch die Ausrufung des Freistaats Bayern beendet. Nur wenige Tage später, am 12. November, überbrachte Dandl in Schloss Anif bei Salzburg die sogenannte Anifer Erklärung, mit der der König seine Beamten und Soldaten vom Treueeid entband. Obwohl Ludwig III. bewusst auf eine formelle Abdankung verzichtet hatte, wurde die Erklärung von der neuen Regierung als solche gedeutet – ein symbolischer Schlussstrich unter die jahrhundertealte Herrschaft der Wittelsbacher.
Nach dem Ende seiner politischen Laufbahn zog sich Dandl ins Verwaltungsleben zurück. Er leitete zunächst das Landesfinanzamt in Würzburg und ab 1929 jenes in München. 1933 trat er in den Ruhestand. Otto von Dandl starb am 20. Mai 1942. Seine Heimatstadt Straubing erinnert heute mit dem Otto-von-Dandl-Ring an ihn.
Dandl war ein stiller, pflichtbewusster Beamter von monarchischer Gesinnung, der in einer Zeit des Umbruchs Verantwortung übernahm. Seine Rolle als letzter Ministerpräsident des Königreichs Bayern und sein Wirken in den Tagen der Revolution machen ihn zu einer bedeutenden Figur der bayerischen Geschichte.
Quellen:
de.wikipedia.org/wiki/Otto_von_Dandl
verwaltungshandbuch.bavarikon.de/VWH/Dandl,_Otto
Biographische Anmerkungen
Linke Tischseite (vom Eingang aus gesehen)
Staatsminister von Dandl
Bayerischer Ministerpräsident.
Otto Ritter von Dandl wurde am 13. Mai 1868 in Straubing geboren und stieg im Laufe seines Lebens zu einer der bedeutendsten Persönlichkeiten der letzten Jahre der bayerischen Monarchie auf. Nach dem Abitur im Jahr 1886 studierte er Rechtswissenschaften in München und trat 1890 in den bayerischen Staatsdienst ein. Als Jurist durchlief er verschiedene Stationen, zunächst als Amtsrichter, dann als Beamter im Justizministerium, wo er sich durch Fleiß und Loyalität rasch hocharbeitete.
Ein entscheidender Wendepunkt seiner Karriere war seine Berufung in die Geheimkanzlei des Prinzregenten Luitpold im Jahr 1906. Dort lernte er die Mechanismen der Hofpolitik kennen und wurde ein enger Vertrauter des späteren Königs Ludwig III. 1912 wurde er zum Staatsrat und Kabinettschef ernannt – ein Amt, das ihm unmittelbaren Zugang zur königlichen Entscheidungsfindung verschaffte.
Mitten im Ersten Weltkrieg, am 11. November 1917, übernahm Dandl die Leitung des bayerischen Ministerrats und wurde damit Ministerpräsident. Als solcher stand er an der Spitze eines Königreichs, das zunehmend unter dem Druck der Ereignisse in Berlin und an den Fronten litt. Dandl bemühte sich, den Handlungsspielraum Bayerns gegenüber dem Reich zu wahren und trat mehrfach für Verständigungsinitiativen ein. Im Inneren setzte er Reformen in Gang, die Bayern zu einer parlamentarischen Monarchie mit modernem Wahlrecht umgestalten sollten.
Die dramatischen Umwälzungen des Novembers 1918 bestimmten die letzten Tage seiner Amtszeit. Angesichts revolutionärer Unruhen riet er König Ludwig III. zur Flucht aus München. Am 8. November wurde die Monarchie durch die Ausrufung des Freistaats Bayern beendet. Nur wenige Tage später, am 12. November, überbrachte Dandl in Schloss Anif bei Salzburg die sogenannte Anifer Erklärung, mit der der König seine Beamten und Soldaten vom Treueeid entband. Obwohl Ludwig III. bewusst auf eine formelle Abdankung verzichtet hatte, wurde die Erklärung von der neuen Regierung als solche gedeutet – ein symbolischer Schlussstrich unter die jahrhundertealte Herrschaft der Wittelsbacher.
Nach dem Ende seiner politischen Laufbahn zog sich Dandl ins Verwaltungsleben zurück. Er leitete zunächst das Landesfinanzamt in Würzburg und ab 1929 jenes in München. 1933 trat er in den Ruhestand. Otto von Dandl starb am 20. Mai 1942. Seine Heimatstadt Straubing erinnert heute mit dem Otto-von-Dandl-Ring an ihn.
Dandl war ein stiller, pflichtbewusster Beamter von monarchischer Gesinnung, der in einer Zeit des Umbruchs Verantwortung übernahm. Seine Rolle als letzter Ministerpräsident des Königreichs Bayern und sein Wirken in den Tagen der Revolution machen ihn zu einer bedeutenden Figur der bayerischen Geschichte.
Quellen:
de.wikipedia.org/wiki/Otto_von_Dandl
verwaltungshandbuch.bavarikon.de/VWH/Dandl,_Otto
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8 Monate 1 Woche her - 8 Monate 1 Woche her #45
von ADLERWien
ADLERWien antwortete auf Sitzliste Ah. Déjeuner am Samstag, 1. Juni 1918
Wer waren die Persönlichkeiten?
Biographische Anmerkungen
Linke Tischseite (vom Eingang aus gesehen)
Flügeladjutant Oberst Graf Ledóchowski
Flügeladjutanten des Kaisers.
Włodzimierz (Wladimir) "Włodzu" (Franz de Paula Johann) Ledóchowski wurde am 24. Dezember 1865 in Ungar-Hradisch (Uherské Hradiště, CZ) geboren und entstammte dem polnisch-österreichischen Grafengeschlecht Ledóchowski, das das Wappen Szaława führt. Er war eines von zwölf Kindern aus der zweiten Ehe seines Vaters Antoni Franz Ledóchowski mit Isabella Zeßner von Spitzenberg. Die Familie war tief in der kaiserlich-österreichischen Gesellschaft verankert, viele seiner Geschwister schlugen selbst bedeutende militärische oder geistliche Laufbahnen ein.
Seine Ausbildung erhielt Wladimir im Theresianum in Wien, wo er als sogenannter "Pazi" Teil des engeren kaiserlichen Schülerkreises war. Nach dem Schulabschluss trat er als Freiwilliger in die k.u.k. Armee ein und diente ab 1889 durchgehend beim 3. galizischen Ulanenregiment in Łańcut (Polen), einer angesehenen Kavallerieeinheit der Monarchie.
Im Laufe der Jahre stieg Ledóchowski durch die Offiziersränge: vom Leutnant über den Rittmeister bis zum Major und schließlich zum Oberstleutnant im Jahr 1915. Am 1. November 1917 wurde er zum Oberst befördert. In seiner Laufbahn war er nicht nur Truppenführer, sondern auch als Ausbilder tätig und kommandierte mehrere Offiziersschwadronen. 1909 wurde er in den Hofdienst berufen und diente zunächst Erzherzogin Maria Josefa, später auch dem damaligen Thronfolger Karl.
Mit dessen Thronbesteigung im Jahr 1916 wurde Ledóchowski zum persönlichen Flügeladjutanten des Kaisers ernannt – eine Funktion von großem Vertrauen und Nähe zum Monarchen. Während des Ersten Weltkriegs war er an zentraler Stelle im kaiserlichen Umfeld tätig. Nach dem Zusammenbruch der Monarchie im Jahr 1918 blieb er dem Kaiser treu und begleitete ihn sowie Kaiserin Zita ins Exil.
Für seinen langjährigen Militärdienst und seine Verdienste erhielt er zahlreiche Auszeichnungen, darunter das Militärverdienstkreuz, das Tapferkeitskreuz sowie verschiedene Jubiläums- und Dienstorden. Er starb am 5. August 1933 in Wien und wurde dort bestattet.
Graf Waldimir Ledóchowski war eine markante Figur des späten Habsburgerreichs – ein loyaler Offizier, tief verwurzelt im höfischen und militärischen Gefüge der Donaumonarchie. Seine Biografie spiegelt nicht nur eine persönliche Karriere, sondern auch das Schicksal einer ganzen Generation des k.u.k.Adels im Umbruch von Monarchie und Moderne wider.
Quellen:
pl.wikipedia.org/wiki/W%C5%82odzimierz_L...ski_(pu%C5%82kownik)
alex.onb.ac.at/cgi-content/alex?aid=shb&...918&page=410&size=45
Biographische Anmerkungen
Linke Tischseite (vom Eingang aus gesehen)
Flügeladjutant Oberst Graf Ledóchowski
Flügeladjutanten des Kaisers.
Włodzimierz (Wladimir) "Włodzu" (Franz de Paula Johann) Ledóchowski wurde am 24. Dezember 1865 in Ungar-Hradisch (Uherské Hradiště, CZ) geboren und entstammte dem polnisch-österreichischen Grafengeschlecht Ledóchowski, das das Wappen Szaława führt. Er war eines von zwölf Kindern aus der zweiten Ehe seines Vaters Antoni Franz Ledóchowski mit Isabella Zeßner von Spitzenberg. Die Familie war tief in der kaiserlich-österreichischen Gesellschaft verankert, viele seiner Geschwister schlugen selbst bedeutende militärische oder geistliche Laufbahnen ein.
Seine Ausbildung erhielt Wladimir im Theresianum in Wien, wo er als sogenannter "Pazi" Teil des engeren kaiserlichen Schülerkreises war. Nach dem Schulabschluss trat er als Freiwilliger in die k.u.k. Armee ein und diente ab 1889 durchgehend beim 3. galizischen Ulanenregiment in Łańcut (Polen), einer angesehenen Kavallerieeinheit der Monarchie.
Im Laufe der Jahre stieg Ledóchowski durch die Offiziersränge: vom Leutnant über den Rittmeister bis zum Major und schließlich zum Oberstleutnant im Jahr 1915. Am 1. November 1917 wurde er zum Oberst befördert. In seiner Laufbahn war er nicht nur Truppenführer, sondern auch als Ausbilder tätig und kommandierte mehrere Offiziersschwadronen. 1909 wurde er in den Hofdienst berufen und diente zunächst Erzherzogin Maria Josefa, später auch dem damaligen Thronfolger Karl.
Mit dessen Thronbesteigung im Jahr 1916 wurde Ledóchowski zum persönlichen Flügeladjutanten des Kaisers ernannt – eine Funktion von großem Vertrauen und Nähe zum Monarchen. Während des Ersten Weltkriegs war er an zentraler Stelle im kaiserlichen Umfeld tätig. Nach dem Zusammenbruch der Monarchie im Jahr 1918 blieb er dem Kaiser treu und begleitete ihn sowie Kaiserin Zita ins Exil.
Für seinen langjährigen Militärdienst und seine Verdienste erhielt er zahlreiche Auszeichnungen, darunter das Militärverdienstkreuz, das Tapferkeitskreuz sowie verschiedene Jubiläums- und Dienstorden. Er starb am 5. August 1933 in Wien und wurde dort bestattet.
Graf Waldimir Ledóchowski war eine markante Figur des späten Habsburgerreichs – ein loyaler Offizier, tief verwurzelt im höfischen und militärischen Gefüge der Donaumonarchie. Seine Biografie spiegelt nicht nur eine persönliche Karriere, sondern auch das Schicksal einer ganzen Generation des k.u.k.Adels im Umbruch von Monarchie und Moderne wider.
Quellen:
pl.wikipedia.org/wiki/W%C5%82odzimierz_L...ski_(pu%C5%82kownik)
alex.onb.ac.at/cgi-content/alex?aid=shb&...918&page=410&size=45
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8 Monate 1 Woche her - 7 Monate 3 Wochen her #46
von ADLERWien
ADLERWien antwortete auf Sitzliste Ah. Déjeuner am Samstag, 1. Juni 1918
Wer waren die Persönlichkeiten?
Biographische Anmerkungen
Linke Tischseite (vom Eingang aus gesehen)
Oberststallmeister Fürst Pálffy
Oberststallmeister des Kaisers.
Nikolaus XIII. Fürst Pálffy ab Erdöd wurde am 11. November 1861 in Malacka, dem heutigen Malacky in der Slowakei, geboren. Er entstammte einer der bedeutendsten Magnatenfamilien des habsburgischen Donauraums, die über Jahrhunderte hinweg als Erbobersten des Pressburger Komitats sowie als Erzieher, Diplomaten und Generäle an der kaiserlichen Hofburg präsent waren. Als viertes Kind des Grafen Pavol Jozef Mikuláš Pálffy und der Gräfin Geraldine Károlyi trat Nikolaus bereits im Alter von 18 Jahren die Nachfolge seines kinderlosen Großonkels an und übernahm somit die Leitung der malacker Familienlinie.
Sein Lebensweg war exemplarisch für einen hochadeligen Offizier und Hofbeamten der späten Habsburgerzeit. Nach einem Studium in Wien und militärischer Ausbildung diente er zunächst als Husarenoffizier. Früh übernahm er auch repräsentative Aufgaben in seiner Heimatregion – so wurde er bereits als Jugendlicher Ehrenvorsitzender der Freiwilligen Feuerwehr in Malacky. Bald darauf führte ihn seine Laufbahn in höchste kaiserliche Kreise: Als Oberststallmeister – einer der ranghöchsten Hofchargen – war er verantwortlich für den gesamten kaiserlichen Fuhrpark, das Hofgestüt sowie für zeremonielle Aufgaben, insbesondere bei Krönungen und offiziellen Reisen. In dieser Funktion gehörte er zum engsten Kreis des Kaisers und begleitete unter anderem die Krönung Karls I. zum König von Ungarn im Jahr 1916.
An seiner Seite stand seine Ehefrau, Margarethe Fürstin Pálffy ab Erdöd, geborene Gräfin Zichy von Zich und Vásonykeö, die am 29. Dezember 1856 in Budapest geboren worden war. Das Paar lebte meist auf Schloss Malacky, wo die Flügel des Schlosses – Nord, Süd und Ost – jeweils unterschiedlichen Familienmitgliedern zugewiesen waren. Der Westflügel diente repräsentativen Zwecken. Die Ehe blieb kinderlos, wurde jedoch von gegenseitigem Respekt und gesellschaftlichem Ansehen getragen.
Die politischen Umbrüche des Jahres 1918 bedeuteten eine tiefe Zäsur im Leben des Fürsten. Mit dem Zusammenbruch der Monarchie und dem Ende der ungarischen Adelsprivilegien verließ Nikolaus Malacky und zog sich auf das Familiengut Schloss Marchegg in Niederösterreich zurück. Dort lebte das Fürstenpaar seinen Lebensabend – zurückgezogen, aber in Würde. Margarethe starb am 6. Juli 1925 und wurde in einem neu errichteten Mausoleum im Schlosspark von Marchegg beigesetzt. Nikolaus überlebte sie um ein Jahrzehnt: Er starb am 6. März 1935 in Wien und wurde an der Seite seiner Frau zur letzten Ruhe gebettet.
Mit dem Tod von Nikolaus XIII. Pálffy endete nicht nur eine Persönlichkeit, die beispielhaft für Pflichtbewusstsein, monarchische Loyalität und aristokratische Haltung stand – es schloss sich auch ein bedeutendes Kapitel mitteleuropäischer Adelsgeschichte. Sein nomineller Nachfolger war der Cousin Ladislaus Pálffy, doch mit dessen Tod im Jahr 1947 erlosch auch die Linie der Pálffy von Malacky und Marchegg endgültig.
Nikolaus XIII. war ein würdevoller Repräsentant der untergehenden Habsburgerwelt – ein stiller Träger jener alten Ordnung, deren Glanz und Disziplin er bis ins hohe Alter verkörperte.
Quellen:
www.natuerlich-marchegg.at/palffy.html
malackepohlady.sk/?p=5246
alex.onb.ac.at/cgi-content/alex?aid=shb&...918&page=409&size=45
Biographische Anmerkungen
Linke Tischseite (vom Eingang aus gesehen)
Oberststallmeister Fürst Pálffy
Oberststallmeister des Kaisers.
Nikolaus XIII. Fürst Pálffy ab Erdöd wurde am 11. November 1861 in Malacka, dem heutigen Malacky in der Slowakei, geboren. Er entstammte einer der bedeutendsten Magnatenfamilien des habsburgischen Donauraums, die über Jahrhunderte hinweg als Erbobersten des Pressburger Komitats sowie als Erzieher, Diplomaten und Generäle an der kaiserlichen Hofburg präsent waren. Als viertes Kind des Grafen Pavol Jozef Mikuláš Pálffy und der Gräfin Geraldine Károlyi trat Nikolaus bereits im Alter von 18 Jahren die Nachfolge seines kinderlosen Großonkels an und übernahm somit die Leitung der malacker Familienlinie.
Sein Lebensweg war exemplarisch für einen hochadeligen Offizier und Hofbeamten der späten Habsburgerzeit. Nach einem Studium in Wien und militärischer Ausbildung diente er zunächst als Husarenoffizier. Früh übernahm er auch repräsentative Aufgaben in seiner Heimatregion – so wurde er bereits als Jugendlicher Ehrenvorsitzender der Freiwilligen Feuerwehr in Malacky. Bald darauf führte ihn seine Laufbahn in höchste kaiserliche Kreise: Als Oberststallmeister – einer der ranghöchsten Hofchargen – war er verantwortlich für den gesamten kaiserlichen Fuhrpark, das Hofgestüt sowie für zeremonielle Aufgaben, insbesondere bei Krönungen und offiziellen Reisen. In dieser Funktion gehörte er zum engsten Kreis des Kaisers und begleitete unter anderem die Krönung Karls I. zum König von Ungarn im Jahr 1916.
An seiner Seite stand seine Ehefrau, Margarethe Fürstin Pálffy ab Erdöd, geborene Gräfin Zichy von Zich und Vásonykeö, die am 29. Dezember 1856 in Budapest geboren worden war. Das Paar lebte meist auf Schloss Malacky, wo die Flügel des Schlosses – Nord, Süd und Ost – jeweils unterschiedlichen Familienmitgliedern zugewiesen waren. Der Westflügel diente repräsentativen Zwecken. Die Ehe blieb kinderlos, wurde jedoch von gegenseitigem Respekt und gesellschaftlichem Ansehen getragen.
Die politischen Umbrüche des Jahres 1918 bedeuteten eine tiefe Zäsur im Leben des Fürsten. Mit dem Zusammenbruch der Monarchie und dem Ende der ungarischen Adelsprivilegien verließ Nikolaus Malacky und zog sich auf das Familiengut Schloss Marchegg in Niederösterreich zurück. Dort lebte das Fürstenpaar seinen Lebensabend – zurückgezogen, aber in Würde. Margarethe starb am 6. Juli 1925 und wurde in einem neu errichteten Mausoleum im Schlosspark von Marchegg beigesetzt. Nikolaus überlebte sie um ein Jahrzehnt: Er starb am 6. März 1935 in Wien und wurde an der Seite seiner Frau zur letzten Ruhe gebettet.
Mit dem Tod von Nikolaus XIII. Pálffy endete nicht nur eine Persönlichkeit, die beispielhaft für Pflichtbewusstsein, monarchische Loyalität und aristokratische Haltung stand – es schloss sich auch ein bedeutendes Kapitel mitteleuropäischer Adelsgeschichte. Sein nomineller Nachfolger war der Cousin Ladislaus Pálffy, doch mit dessen Tod im Jahr 1947 erlosch auch die Linie der Pálffy von Malacky und Marchegg endgültig.
Nikolaus XIII. war ein würdevoller Repräsentant der untergehenden Habsburgerwelt – ein stiller Träger jener alten Ordnung, deren Glanz und Disziplin er bis ins hohe Alter verkörperte.
Quellen:
www.natuerlich-marchegg.at/palffy.html
malackepohlady.sk/?p=5246
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8 Monate 1 Woche her - 7 Monate 3 Wochen her #47
von ADLERWien
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Wer waren die Persönlichkeiten?
Biographische Anmerkungen
Rechte Tischseite (vom Eingang aus gesehen)
Erster Obersthofmeister Graf Hunyady
Erster Obersthofmeister des Kaisers und Königs
Joseph Ladislaus Emmanuel Maria, 3. Graf Hunyady de Kéthely, wurde am 16. Dezember 1873 geboren und entstammte einer traditionsreichen ungarischen Magnatenfamilie. Er war der Sohn von Imre Hunyady de Kéthely (1827–1902) und Félicité Győry de Radvány (1842–1913).
Doktor der Rechte. Schon früh trat er in den Dienst des Kaisers. Ab 1898 war er k.u.k. Kammerherr, ab 14. Mai 1918 Amt des Ersten Obersthofmeister von Kaiser Karl I., dem er auch in den schwierigen Jahren des Zusammenbruchs der Monarchie eng verbunden blieb. 1918 wurde ihm als besondere Auszeichnung der Orden vom Goldenen Vlies verliehen. Daneben war er Träger des Ordens der Eisernen Krone, des Militär-Verdienstkreuzes, des Zivil-Verdienstkreuzes und des Roten Adlerordens.
Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs und dem Zerfall der Monarchie engagierte sich Graf Hunyady in der ungarischen Politik und Justiz. 1918 wurde er Mitglied des ungarischen Magnatenhauses und übernahm noch im selben Jahr das Amt des Präsidenten des Obersten Gerichtshofs (Cour Suprême). 1927 wurde er in die ungarische Oberkammer berufen, wo er bis zu seinem Tod tätig blieb. Damit zählte er zu den letzten großen Repräsentanten einer aristokratisch geprägten Staats- und Rechtsordnung in Ungarn.
Auch in seinem privaten Leben war Joseph Hunyady eng mit dem europäischen Hochadel verbunden. Am 24. Januar 1900 heiratete er in Brüssel Madeleine de Riquet de Caraman-Chimay (1879–1914), mit der er zwei Kinder hatte: Imre (1900–1956) und Hélène (1903–1991). Nach dem frühen Tod seiner ersten Frau ging er am 22. Oktober 1919 in Prangins eine zweite Ehe ein – mit Gabriella von Bellegarde (1890–1945). Aus dieser Verbindung ging der Sohn László (1920–1970) hervor.
Graf Joseph Hunyady de Kéthely starb am 26. Februar 1942 in Budapest im Alter von 68 Jahren. Mit ihm ging eine der prägenden Persönlichkeiten der späten k.u.k. Epoche und des altungarischen Adels zu Ende – ein Mann, der die alten Traditionen der Krone ebenso verkörperte wie den schwierigen Übergang in die neue Zeit.
Quellen:
man8rove.com/en/profile/0311o1di-joseph-hunyady-de-kethely
Biographische Anmerkungen
Rechte Tischseite (vom Eingang aus gesehen)
Erster Obersthofmeister Graf Hunyady
Erster Obersthofmeister des Kaisers und Königs
Joseph Ladislaus Emmanuel Maria, 3. Graf Hunyady de Kéthely, wurde am 16. Dezember 1873 geboren und entstammte einer traditionsreichen ungarischen Magnatenfamilie. Er war der Sohn von Imre Hunyady de Kéthely (1827–1902) und Félicité Győry de Radvány (1842–1913).
Doktor der Rechte. Schon früh trat er in den Dienst des Kaisers. Ab 1898 war er k.u.k. Kammerherr, ab 14. Mai 1918 Amt des Ersten Obersthofmeister von Kaiser Karl I., dem er auch in den schwierigen Jahren des Zusammenbruchs der Monarchie eng verbunden blieb. 1918 wurde ihm als besondere Auszeichnung der Orden vom Goldenen Vlies verliehen. Daneben war er Träger des Ordens der Eisernen Krone, des Militär-Verdienstkreuzes, des Zivil-Verdienstkreuzes und des Roten Adlerordens.
Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs und dem Zerfall der Monarchie engagierte sich Graf Hunyady in der ungarischen Politik und Justiz. 1918 wurde er Mitglied des ungarischen Magnatenhauses und übernahm noch im selben Jahr das Amt des Präsidenten des Obersten Gerichtshofs (Cour Suprême). 1927 wurde er in die ungarische Oberkammer berufen, wo er bis zu seinem Tod tätig blieb. Damit zählte er zu den letzten großen Repräsentanten einer aristokratisch geprägten Staats- und Rechtsordnung in Ungarn.
Auch in seinem privaten Leben war Joseph Hunyady eng mit dem europäischen Hochadel verbunden. Am 24. Januar 1900 heiratete er in Brüssel Madeleine de Riquet de Caraman-Chimay (1879–1914), mit der er zwei Kinder hatte: Imre (1900–1956) und Hélène (1903–1991). Nach dem frühen Tod seiner ersten Frau ging er am 22. Oktober 1919 in Prangins eine zweite Ehe ein – mit Gabriella von Bellegarde (1890–1945). Aus dieser Verbindung ging der Sohn László (1920–1970) hervor.
Graf Joseph Hunyady de Kéthely starb am 26. Februar 1942 in Budapest im Alter von 68 Jahren. Mit ihm ging eine der prägenden Persönlichkeiten der späten k.u.k. Epoche und des altungarischen Adels zu Ende – ein Mann, der die alten Traditionen der Krone ebenso verkörperte wie den schwierigen Übergang in die neue Zeit.
Quellen:
man8rove.com/en/profile/0311o1di-joseph-hunyady-de-kethely
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8 Monate 1 Woche her - 7 Monate 3 Wochen her #48
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Linke Tischseite (vom Eingang aus gesehen)
Oberstküchenmeister Graf Rumerskirch
Geheimer Rat, Kämmerer, Oberst a. D.
Karl Wenzel Johann Franz Maria Oskar Graf von Rumerskirch (1867–1947) war eine markante Persönlichkeit im ausgehenden Habsburgerreich – ein Mann des Hofes, der sowohl in höfischer Diskretion als auch in weltpolitisch dramatischer Nähe zum Zentrum der Macht stand. Geboren in Wien am 19. November 1867, entstammte er einer altadeligen, aber eher im Hintergrund wirkenden Familie. Seine militärische Laufbahn führte ihn bis zum Rang eines Obersts, doch seine wahre Bedeutung entfaltete sich in seiner Tätigkeit als Hofbeamter.
Ab 1902 wirkte Rumerskirch als Oberhofmeister des Thronfolgers Erzherzog Franz Ferdinand von Österreich-Este. Über zwölf Jahre hinweg war er nicht nur Organisator und Verwalter des erzherzoglichen Haushalts, sondern auch diskreter Berater und loyaler Begleiter in einem zunehmend angespannten politischen Klima. Als Franz Ferdinand in Schloss Belvedere seinen eigenständigen Hofstaat aufbaute – deutlich abgesetzt vom kaiserlichen Hof –, war es Rumerskirch, der diesen sensiblen Parallelbetrieb mit diplomatischem Geschick, organisatorischer Strenge und persönlicher Loyalität leitete.
Sein Name bleibt untrennbar mit dem tragischen Wendepunkt der Donaumonarchie verbunden: dem Attentat von Sarajevo am 28. Juni 1914. Graf von Rumerskirch befand sich in unmittelbarer Nähe, als der Thronfolger und dessen Gemahlin Sophie tödlich getroffen wurden. Als einer der ersten an der offenen Autotür, erlebte er das Ende einer Ära mit eigenen Augen – und mit der fassungslosen Würde eines Mannes, der seine Pflicht bis zum bitteren Ende erfüllt hatte.
Nach dem Attentat und dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs blieb Rumerskirch dem Hofstaat verbunden. In den letzten Jahren der Monarchie war er als Oberstküchenmeister am Kaiserhof tätig – ein Amt, das weit über die Leitung der kaiserlichen Küche hinausging. Als Oberstküchenmeister oblag ihm die gesamte Koordination der kaiserlichen Tafel, ein Zentrum höfischer Repräsentation, an dem politische Allianzen genauso geschmiedet wurden wie dynastische Rituale gepflegt. In dieser Position wirkte Rumerskirch an der Nahtstelle von Etikette, Diplomatie und Alltagskultur – ein Meister des Zeremoniells hinter den Kulissen.
1918, kurz vor dem Ende der Donaumonarchie, wurde er in den erblichen Grafenstand erhoben – ein spätes, aber würdiges Zeichen der Anerkennung für seine jahrzehntelangen Dienste.
An seiner Seite stand seit 1905 seine Ehefrau, Maria Theresia Gräfin von Khevenhüller-Metsch (1877–1968), eine Dame von edler Herkunft und stiller Größe. Sie entstammte dem hoch angesehenen, reichsfürstlichen Haus Khevenhüller-Metsch, dessen Wurzeln sich bis ins Spätmittelalter zurückverfolgen lassen. Ihr Vater, Sigismund Maria Graf von Khevenhüller, verkörperte wie viele ihrer Vorfahren das aristokratische Ideal höfischer Dienstbarkeit. In der Tradition ihres bedeutenden Ahnherrn Johann Joseph Fürst von Khevenhüller-Metsch, der als Obersthofmeister Maria Theresias eine zentrale Rolle am kaiserlichen Hof spielte, wuchs Maria Theresia in einer Welt auf, in der Pflichtgefühl, Bildung und vornehme Zurückhaltung oberstes Gebot waren.
Die Ehe zwischen Karl von Rumerskirch und Maria Theresia war nicht nur eine gesellschaftlich standesgemäße Verbindung, sondern auch eine Partnerschaft zweier Menschen, die den gleichen Wertekanon teilten: Loyalität gegenüber der Monarchie, Treue zur Pflicht und Haltung im Angesicht großer Umbrüche. Nach dem Ende der Monarchie zogen sich die beiden aus dem öffentlichen Leben zurück. In Kitzbühel, wo Karl 1947 starb, führten sie ein stilles, würdiges Leben – getragen von Erinnerungen an eine untergegangene Welt.
Maria Theresia überlebte ihren Gatten um mehr als zwei Jahrzehnte. Sie verbrachte ihre letzten Lebensjahre in Paris, wo sie am 8. August 1968 verstarb – als letzte unmittelbare Zeugin eines Kapitels, das mit dem Donnerschlag von Sarajevo begonnen und mit dem Untergang des Hauses Habsburg geendet hatte.
Quellen:
cs.wikipedia.org/wiki/Karel_Rumerskirch
www.archivinformationssystem.at/detail.aspx?ID=4446930
alex.onb.ac.at/cgi-content/alex?aid=shb&...918&page=393&size=45
Biographische Anmerkungen
Linke Tischseite (vom Eingang aus gesehen)
Oberstküchenmeister Graf Rumerskirch
Geheimer Rat, Kämmerer, Oberst a. D.
Karl Wenzel Johann Franz Maria Oskar Graf von Rumerskirch (1867–1947) war eine markante Persönlichkeit im ausgehenden Habsburgerreich – ein Mann des Hofes, der sowohl in höfischer Diskretion als auch in weltpolitisch dramatischer Nähe zum Zentrum der Macht stand. Geboren in Wien am 19. November 1867, entstammte er einer altadeligen, aber eher im Hintergrund wirkenden Familie. Seine militärische Laufbahn führte ihn bis zum Rang eines Obersts, doch seine wahre Bedeutung entfaltete sich in seiner Tätigkeit als Hofbeamter.
Ab 1902 wirkte Rumerskirch als Oberhofmeister des Thronfolgers Erzherzog Franz Ferdinand von Österreich-Este. Über zwölf Jahre hinweg war er nicht nur Organisator und Verwalter des erzherzoglichen Haushalts, sondern auch diskreter Berater und loyaler Begleiter in einem zunehmend angespannten politischen Klima. Als Franz Ferdinand in Schloss Belvedere seinen eigenständigen Hofstaat aufbaute – deutlich abgesetzt vom kaiserlichen Hof –, war es Rumerskirch, der diesen sensiblen Parallelbetrieb mit diplomatischem Geschick, organisatorischer Strenge und persönlicher Loyalität leitete.
Sein Name bleibt untrennbar mit dem tragischen Wendepunkt der Donaumonarchie verbunden: dem Attentat von Sarajevo am 28. Juni 1914. Graf von Rumerskirch befand sich in unmittelbarer Nähe, als der Thronfolger und dessen Gemahlin Sophie tödlich getroffen wurden. Als einer der ersten an der offenen Autotür, erlebte er das Ende einer Ära mit eigenen Augen – und mit der fassungslosen Würde eines Mannes, der seine Pflicht bis zum bitteren Ende erfüllt hatte.
Nach dem Attentat und dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs blieb Rumerskirch dem Hofstaat verbunden. In den letzten Jahren der Monarchie war er als Oberstküchenmeister am Kaiserhof tätig – ein Amt, das weit über die Leitung der kaiserlichen Küche hinausging. Als Oberstküchenmeister oblag ihm die gesamte Koordination der kaiserlichen Tafel, ein Zentrum höfischer Repräsentation, an dem politische Allianzen genauso geschmiedet wurden wie dynastische Rituale gepflegt. In dieser Position wirkte Rumerskirch an der Nahtstelle von Etikette, Diplomatie und Alltagskultur – ein Meister des Zeremoniells hinter den Kulissen.
1918, kurz vor dem Ende der Donaumonarchie, wurde er in den erblichen Grafenstand erhoben – ein spätes, aber würdiges Zeichen der Anerkennung für seine jahrzehntelangen Dienste.
An seiner Seite stand seit 1905 seine Ehefrau, Maria Theresia Gräfin von Khevenhüller-Metsch (1877–1968), eine Dame von edler Herkunft und stiller Größe. Sie entstammte dem hoch angesehenen, reichsfürstlichen Haus Khevenhüller-Metsch, dessen Wurzeln sich bis ins Spätmittelalter zurückverfolgen lassen. Ihr Vater, Sigismund Maria Graf von Khevenhüller, verkörperte wie viele ihrer Vorfahren das aristokratische Ideal höfischer Dienstbarkeit. In der Tradition ihres bedeutenden Ahnherrn Johann Joseph Fürst von Khevenhüller-Metsch, der als Obersthofmeister Maria Theresias eine zentrale Rolle am kaiserlichen Hof spielte, wuchs Maria Theresia in einer Welt auf, in der Pflichtgefühl, Bildung und vornehme Zurückhaltung oberstes Gebot waren.
Die Ehe zwischen Karl von Rumerskirch und Maria Theresia war nicht nur eine gesellschaftlich standesgemäße Verbindung, sondern auch eine Partnerschaft zweier Menschen, die den gleichen Wertekanon teilten: Loyalität gegenüber der Monarchie, Treue zur Pflicht und Haltung im Angesicht großer Umbrüche. Nach dem Ende der Monarchie zogen sich die beiden aus dem öffentlichen Leben zurück. In Kitzbühel, wo Karl 1947 starb, führten sie ein stilles, würdiges Leben – getragen von Erinnerungen an eine untergegangene Welt.
Maria Theresia überlebte ihren Gatten um mehr als zwei Jahrzehnte. Sie verbrachte ihre letzten Lebensjahre in Paris, wo sie am 8. August 1968 verstarb – als letzte unmittelbare Zeugin eines Kapitels, das mit dem Donnerschlag von Sarajevo begonnen und mit dem Untergang des Hauses Habsburg geendet hatte.
Quellen:
cs.wikipedia.org/wiki/Karel_Rumerskirch
www.archivinformationssystem.at/detail.aspx?ID=4446930
alex.onb.ac.at/cgi-content/alex?aid=shb&...918&page=393&size=45
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- ADLERWien
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8 Monate 1 Woche her - 7 Monate 3 Wochen her #49
von ADLERWien
ADLERWien antwortete auf Sitzliste Ah. Déjeuner am Samstag, 1. Juni 1918
Wer waren die Persönlichkeiten?
Biographische Anmerkungen
Rechte Tischseite (vom Eingang aus gesehen)
Stellv. Kabinettsdirektor von Hawerda (gestrichen)
Generaldirektor der kaiserlichen Privat- und Familienfonde.
Franz von Hawerda-Wehrlandt wurde am 22. Juli 1854 in Wiener Neustadt geboren und stieg im Laufe seines Lebens zu einem der einflussreichsten Zivilbeamten der späten Habsburgermonarchie auf. Seine Karriere war eng mit der Verwaltung der kaiserlichen Privat- und Familienfonds verknüpft – jener Institution, die für das Vermögen und die finanziellen Interessen des Hauses Habsburg verantwortlich zeichnete.
Bereits früh wurde sein Organisationstalent erkannt: 1881 erhielt er als Hofsekretär den Roten Adlerorden III. Klasse – ein Zeichen kaiserlicher Anerkennung über die Grenzen der Monarchie hinaus. Im Jahr 1903 wurde er zum Hofrat ernannt, 1910 schließlich zum Generaldirektor der kaiserlichen Privat- und Familienfonds befördert – in Personalunion auch als Sektionschef im k.k. Ministerium des Äußeren tätig. Zwei Jahre später, 1912, wurde ihm der Titel eines Geheimen Rates verliehen, womit er zur engsten Berater- und Vertrauenselite am Hof zählte.
Sein Wirken fiel in eine Zeit tiefgreifender Umbrüche. Als Kaiser Franz Joseph I. im Jahr 1913 sein Testament überarbeiten ließ, war es Hawerda-Wehrlandt, der als einer der Zeugen der entscheidenden Codicillierung fungierte – ein Ausdruck höchsten Vertrauens. Mit der Thronbesteigung von Kaiser Karl I. im Jahr 1916 übernahm er schließlich auch die Leitung der kaiserlichen Kabinettskanzlei – eine Schlüsselstelle, die den unmittelbaren Zugang zum Monarchen bedeutete. Gerade in den krisengeschüttelten Jahren des Ersten Weltkriegs war diese Position von enormer Bedeutung, nicht zuletzt bei der Koordination zwischen Hof, Regierung und Militär.
Neben seiner Verwaltungsarbeit wurde Hawerda-Wehrlandt vielfach ausgezeichnet: Er erhielt unter anderem das Komturkreuz des Franz-Joseph-Ordens, den Ordens der Eisernen Krone III. Klasse sowie zahlreiche Hof- und Jubiläumsmedaillen. Diese Ehren spiegeln nicht nur seine Verdienste, sondern auch die außergewöhnliche Stellung wider, die er innerhalb der Monarchie einnahm.
Franz von Hawerda-Wehrlandt starb am 13. November 1931 in Wien. Seine letzte Ruhestätte fand er am 16. November auf dem Friedhof in Grinzing – einem Ort, der auch vielen anderen Persönlichkeiten des alten Österreich zur ewigen Heimstatt wurde. Mit ihm ging nicht nur ein erfahrener Staatsdiener, sondern auch ein stiller Architekt der inneren Stabilität der Habsburgermonarchie verloren.
Quellen:
www.wladimir-aichelburg.at/kuenstlerhaus...e-und-mitarbeiter/#h
alex.onb.ac.at/cgi-content/alex?aid=shb&...918&size=45&page=411
alex.onb.ac.at/cgi-content/alex?aid=shb&...918&page=412&size=45
alex.onb.ac.at/cgi-content/alex?aid=shb&...918&size=45&page=432
alex.onb.ac.at/cgi-content/alex?aid=shb&...918&size=45&page=457
alex.onb.ac.at/cgi-content/alex?aid=shb&...918&size=45&page=557
alex.onb.ac.at/cgi-content/alex?aid=shb&...918&size=45&page=718
alex.onb.ac.at/cgi-content/alex?aid=shb&...18&page=1005&size=45
www.gettyimages.co.nz/detail/news-photo/...news-photo/551903839
www.archivinformationssystem.at/detail.aspx?ID=4364668
Biographische Anmerkungen
Rechte Tischseite (vom Eingang aus gesehen)
Stellv. Kabinettsdirektor von Hawerda (gestrichen)
Generaldirektor der kaiserlichen Privat- und Familienfonde.
Franz von Hawerda-Wehrlandt wurde am 22. Juli 1854 in Wiener Neustadt geboren und stieg im Laufe seines Lebens zu einem der einflussreichsten Zivilbeamten der späten Habsburgermonarchie auf. Seine Karriere war eng mit der Verwaltung der kaiserlichen Privat- und Familienfonds verknüpft – jener Institution, die für das Vermögen und die finanziellen Interessen des Hauses Habsburg verantwortlich zeichnete.
Bereits früh wurde sein Organisationstalent erkannt: 1881 erhielt er als Hofsekretär den Roten Adlerorden III. Klasse – ein Zeichen kaiserlicher Anerkennung über die Grenzen der Monarchie hinaus. Im Jahr 1903 wurde er zum Hofrat ernannt, 1910 schließlich zum Generaldirektor der kaiserlichen Privat- und Familienfonds befördert – in Personalunion auch als Sektionschef im k.k. Ministerium des Äußeren tätig. Zwei Jahre später, 1912, wurde ihm der Titel eines Geheimen Rates verliehen, womit er zur engsten Berater- und Vertrauenselite am Hof zählte.
Sein Wirken fiel in eine Zeit tiefgreifender Umbrüche. Als Kaiser Franz Joseph I. im Jahr 1913 sein Testament überarbeiten ließ, war es Hawerda-Wehrlandt, der als einer der Zeugen der entscheidenden Codicillierung fungierte – ein Ausdruck höchsten Vertrauens. Mit der Thronbesteigung von Kaiser Karl I. im Jahr 1916 übernahm er schließlich auch die Leitung der kaiserlichen Kabinettskanzlei – eine Schlüsselstelle, die den unmittelbaren Zugang zum Monarchen bedeutete. Gerade in den krisengeschüttelten Jahren des Ersten Weltkriegs war diese Position von enormer Bedeutung, nicht zuletzt bei der Koordination zwischen Hof, Regierung und Militär.
Neben seiner Verwaltungsarbeit wurde Hawerda-Wehrlandt vielfach ausgezeichnet: Er erhielt unter anderem das Komturkreuz des Franz-Joseph-Ordens, den Ordens der Eisernen Krone III. Klasse sowie zahlreiche Hof- und Jubiläumsmedaillen. Diese Ehren spiegeln nicht nur seine Verdienste, sondern auch die außergewöhnliche Stellung wider, die er innerhalb der Monarchie einnahm.
Franz von Hawerda-Wehrlandt starb am 13. November 1931 in Wien. Seine letzte Ruhestätte fand er am 16. November auf dem Friedhof in Grinzing – einem Ort, der auch vielen anderen Persönlichkeiten des alten Österreich zur ewigen Heimstatt wurde. Mit ihm ging nicht nur ein erfahrener Staatsdiener, sondern auch ein stiller Architekt der inneren Stabilität der Habsburgermonarchie verloren.
Quellen:
www.wladimir-aichelburg.at/kuenstlerhaus...e-und-mitarbeiter/#h
alex.onb.ac.at/cgi-content/alex?aid=shb&...918&size=45&page=411
alex.onb.ac.at/cgi-content/alex?aid=shb&...918&page=412&size=45
alex.onb.ac.at/cgi-content/alex?aid=shb&...918&size=45&page=432
alex.onb.ac.at/cgi-content/alex?aid=shb&...918&size=45&page=457
alex.onb.ac.at/cgi-content/alex?aid=shb&...918&size=45&page=557
alex.onb.ac.at/cgi-content/alex?aid=shb&...918&size=45&page=718
alex.onb.ac.at/cgi-content/alex?aid=shb&...18&page=1005&size=45
www.gettyimages.co.nz/detail/news-photo/...news-photo/551903839
www.archivinformationssystem.at/detail.aspx?ID=4364668
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