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SS04 – Die Lacksiegelsammlung der Heraldisch-Genealogischen Gesellschaft ADLER
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2 Tage 5 Stunden her - 2 Tage 5 Stunden her #88
von ADLERWien
SS04 – Die Lacksiegelsammlung der Heraldisch-Genealogischen Gesellschaft ADLER
Die Heraldisch-Genealogische Gesellschaft ADLER in Wien macht mit der Sammlung SS04 – Lacksiegelsammlung einen weiteren umfangreichen Bestand ihrer sigillographischen Sammlungen über das Internet zugänglich.
SS04 – Lacksiegelsammlung der Heraldisch-Genealogischen Gesellschaft ADLER
Ein Bestand von 1.289 Siegeln
Die gegenwärtige Online-Übersicht verzeichnet 20 Kartons mit insgesamt 1.289 Siegelabdrücken. Inhaltlich reicht das Spektrum von den Habsburgern und anderen Herrschern über geistliche Institutionen und Ritterorden bis zu Zunftsiegeln, Amtssiegeln und Wappensiegeln des Adels.
Vertreten sind unter anderem:
Was ist unter einer Lacksiegelsammlung zu verstehen?
Die Siegelsammlungen des ADLER bestehen nicht ausschließlich aus Abgüssen mittelalterlicher oder frühneuzeitlicher Wachssiegel. Bei den Lacksiegelbeständen finden sich insbesondere Abdrücke in rotem Siegellack. Solche Stücke konnten von Briefumschlägen oder Schriftstücken ausgeschnitten beziehungsweise von Urkunden übernommen worden sein; andere wurden zu Sammlungszwecken mit einem vorhandenen Siegelstempel – Petschaft oder Typar – eigens auf Papier oder Karton abgedruckt.
Damit besitzen solche Sammlungen gerade für die Heraldik und Genealogie einen erheblichen Quellenwert. Ein Siegel kann ein Wappen in einer zeitgenössischen Form dokumentieren, Varianten eines Familienwappens sichtbar machen oder Hinweise auf Ämter, Besitzverhältnisse und persönliche Funktionen eines Siegelführers liefern.
Einige bemerkenswerte Beispiele
Schon Karton 5 zeigt die außerordentliche Bandbreite des Bestandes. Dort finden sich unter anderem Siegel von Schmieden und Wagnern, Zinngießern und Tuchwebern, Innungssiegel, Stadt- und Gemeindesiegel sowie Stücke des Deutschen Ritterordens. Genannt werden beispielsweise Brünn, Budweis, Sopron und Zwettl.
Besonders interessant ist auch die Gruppe des Deutschen Ritterordens. In Karton 8 begegnen unter anderem Namen wie Orsini-Rosenberg, Lehrbach, Leiningen, Reigersberg, Reischach und Riedheim. Weitere Kartons sind den Kommenden und Amtsträgern des Ordens gewidmet.
Karton 11 umfasst 58 Siegel aus dem Bereich des Malteser- bzw. Johanniterordens. Nachgewiesen sind unter anderem das Großpriorat für Böhmen und Österreich, verschiedene Kommenden sowie einzelne Ordensritter und Großprioren. Genannt werden beispielsweise die Kommenden Mailberg, Troppau und St. Johann in Wien.
Die Verbindung zu Franz Paul Edler von Smitmer
Besondere Aufmerksamkeit verdienen die Kartons 15 bis 19, die in der Online-Systematik mit
bezeichnet sind.
Der Name erinnert an den bedeutenden Wiener Siegelforscher und Sammler Franz Paul Edler von Smitmer (1740–1796), Domherr zu St. Stephan und Angehörigen des Malteserordens. Smitmer gelangte 1772 in den Besitz einer bereits älteren Siegelsammlung, erweiterte sie und erschloss sie durch Register und Kommentare.
Die berühmte Siegelsammlung Smitmer-Löschner befindet sich heute im Österreichischen Staatsarchiv, Haus-, Hof- und Staatsarchiv. Der dortige Bestand umfasst rund 12.000 Stück und enthält neben mehreren tausend Adelssiegeln auch Siegel von Herrschern, Städten, Behörden, Geistlichen und Ritterorden.
Hier ist allerdings quellenkritische Vorsicht angebracht: Aus der gegenwärtigen ADLER-Webseite geht noch nicht eindeutig hervor, in welchem konkreten Verhältnis die mit „Smitmer“ bezeichneten Stücke der SS04 zur Smitmer-Löschner-Sammlung des Haus-, Hof- und Staatsarchivs stehen. Eine unmittelbare Provenienz aus Smitmers ursprünglicher Sammlung sollte daher ohne weitere archivalische Belege nicht vorausgesetzt werden.
Der Erschließungsstand
Die Digitalisierung ermöglicht bereits bei zahlreichen Tafeln eine detaillierte Betrachtung der Siegelabbildungen. Die einzelnen Bildtafeln können in hoher Vergrößerung geöffnet werden.
Die schriftliche Erschließung ist allerdings noch unterschiedlich weit fortgeschritten. Während beispielsweise die Bestände zum Deutschen und zum Malteser Ritterorden bereits zahlreiche Namen und Zuordnungen enthalten, stehen bei Teilen der Kirchen-, Ämter- und Smitmer-Abteilungen gegenwärtig noch Platzhalter in den Tabellen.
Die SS04 sollte daher nicht als bereits abgeschlossener wissenschaftlicher Katalog verstanden werden, sondern als digital zugänglich gemachter Sammlungsbestand, dessen Detailerschließung teilweise noch fortgeführt werden kann.
Bedeutung für Heraldiker und Genealogen
Gerade solche Lacksiegelsammlungen sind mehr als eine Sammlung hübscher Wappenabdrücke. Sie können dort weiterhelfen, wo gedruckte Wappenbücher schweigen oder lediglich eine idealisierte Wappenzeichnung wiedergeben.
Ein authentischer historischer Siegelabdruck kann beispielsweise Hinweise geben auf:
Damit ist die SS04-Lacksiegelsammlung eine ausgesprochen interessante Ergänzung zur großen Melly-Pettenegg-Siegelsammlung SS01 des ADLER.
Online-Zugang:
www.gesellschaftadle...hie/ss0400
Weiterführend – Übersicht der Siegelsammlungen des ADLER:
www.gesellschaftadle...aphie/ss00
Zum Vergleich – Siegelsammlung Smitmer-Löschner im Österreichischen Staatsarchiv:
Österreichisches Staatsarchiv – HHStA, Siegelsammlung Smitmer-Löschner
Für Heraldiker, Genealogen und Siegelforscher lohnt sich jedenfalls ein Blick in die einzelnen Kartons – manche der dort erhaltenen Abdrücke dürften Quellen darstellen, die in gedruckten Wappenwerken nur schwer oder überhaupt nicht aufzufinden sind.
SS04 – Die Lacksiegelsammlung der Heraldisch-Genealogischen Gesellschaft ADLER wurde erstellt von ADLERWien
SS04 – Die Lacksiegelsammlung der Heraldisch-Genealogischen Gesellschaft ADLER
Die Heraldisch-Genealogische Gesellschaft ADLER in Wien macht mit der Sammlung SS04 – Lacksiegelsammlung einen weiteren umfangreichen Bestand ihrer sigillographischen Sammlungen über das Internet zugänglich.
SS04 – Lacksiegelsammlung der Heraldisch-Genealogischen Gesellschaft ADLER
Ein Bestand von 1.289 Siegeln
Die gegenwärtige Online-Übersicht verzeichnet 20 Kartons mit insgesamt 1.289 Siegelabdrücken. Inhaltlich reicht das Spektrum von den Habsburgern und anderen Herrschern über geistliche Institutionen und Ritterorden bis zu Zunftsiegeln, Amtssiegeln und Wappensiegeln des Adels.
Vertreten sind unter anderem:
- Maria Theresia, Ferdinand III., Karl VI., Leopold I., Joseph I., Joseph II., Leopold II. und Franz II.,
- Franz Stephan von Lothringen sowie weitere Herrscher,
- der Deutsche Ritterorden mit zahlreichen Ordensangehörigen und Kommenden,
- der Souveräne Malteser-Ritterorden,
- Kirchen und Klöster,
- Zunft-, Stadt-, Gemeinde- und Amtssiegel,
- zahlreiche adelige Wappensiegel,
- gotische Siegel aus der Sammlung Karg-Bebenburg,
- sowie die als „Smitmer“ bezeichneten Abteilungen Ämter und Adel.
Was ist unter einer Lacksiegelsammlung zu verstehen?
Die Siegelsammlungen des ADLER bestehen nicht ausschließlich aus Abgüssen mittelalterlicher oder frühneuzeitlicher Wachssiegel. Bei den Lacksiegelbeständen finden sich insbesondere Abdrücke in rotem Siegellack. Solche Stücke konnten von Briefumschlägen oder Schriftstücken ausgeschnitten beziehungsweise von Urkunden übernommen worden sein; andere wurden zu Sammlungszwecken mit einem vorhandenen Siegelstempel – Petschaft oder Typar – eigens auf Papier oder Karton abgedruckt.
Damit besitzen solche Sammlungen gerade für die Heraldik und Genealogie einen erheblichen Quellenwert. Ein Siegel kann ein Wappen in einer zeitgenössischen Form dokumentieren, Varianten eines Familienwappens sichtbar machen oder Hinweise auf Ämter, Besitzverhältnisse und persönliche Funktionen eines Siegelführers liefern.
Einige bemerkenswerte Beispiele
Schon Karton 5 zeigt die außerordentliche Bandbreite des Bestandes. Dort finden sich unter anderem Siegel von Schmieden und Wagnern, Zinngießern und Tuchwebern, Innungssiegel, Stadt- und Gemeindesiegel sowie Stücke des Deutschen Ritterordens. Genannt werden beispielsweise Brünn, Budweis, Sopron und Zwettl.
Besonders interessant ist auch die Gruppe des Deutschen Ritterordens. In Karton 8 begegnen unter anderem Namen wie Orsini-Rosenberg, Lehrbach, Leiningen, Reigersberg, Reischach und Riedheim. Weitere Kartons sind den Kommenden und Amtsträgern des Ordens gewidmet.
Karton 11 umfasst 58 Siegel aus dem Bereich des Malteser- bzw. Johanniterordens. Nachgewiesen sind unter anderem das Großpriorat für Böhmen und Österreich, verschiedene Kommenden sowie einzelne Ordensritter und Großprioren. Genannt werden beispielsweise die Kommenden Mailberg, Troppau und St. Johann in Wien.
Die Verbindung zu Franz Paul Edler von Smitmer
Besondere Aufmerksamkeit verdienen die Kartons 15 bis 19, die in der Online-Systematik mit
- „Ämter nach Smitmer“,
- „Adel A–B (Smitmer)“,
- „Adel C–D (Smitmer)“ und
- „Adel E–F (Smitmer)“
bezeichnet sind.
Der Name erinnert an den bedeutenden Wiener Siegelforscher und Sammler Franz Paul Edler von Smitmer (1740–1796), Domherr zu St. Stephan und Angehörigen des Malteserordens. Smitmer gelangte 1772 in den Besitz einer bereits älteren Siegelsammlung, erweiterte sie und erschloss sie durch Register und Kommentare.
Die berühmte Siegelsammlung Smitmer-Löschner befindet sich heute im Österreichischen Staatsarchiv, Haus-, Hof- und Staatsarchiv. Der dortige Bestand umfasst rund 12.000 Stück und enthält neben mehreren tausend Adelssiegeln auch Siegel von Herrschern, Städten, Behörden, Geistlichen und Ritterorden.
Hier ist allerdings quellenkritische Vorsicht angebracht: Aus der gegenwärtigen ADLER-Webseite geht noch nicht eindeutig hervor, in welchem konkreten Verhältnis die mit „Smitmer“ bezeichneten Stücke der SS04 zur Smitmer-Löschner-Sammlung des Haus-, Hof- und Staatsarchivs stehen. Eine unmittelbare Provenienz aus Smitmers ursprünglicher Sammlung sollte daher ohne weitere archivalische Belege nicht vorausgesetzt werden.
Der Erschließungsstand
Die Digitalisierung ermöglicht bereits bei zahlreichen Tafeln eine detaillierte Betrachtung der Siegelabbildungen. Die einzelnen Bildtafeln können in hoher Vergrößerung geöffnet werden.
Die schriftliche Erschließung ist allerdings noch unterschiedlich weit fortgeschritten. Während beispielsweise die Bestände zum Deutschen und zum Malteser Ritterorden bereits zahlreiche Namen und Zuordnungen enthalten, stehen bei Teilen der Kirchen-, Ämter- und Smitmer-Abteilungen gegenwärtig noch Platzhalter in den Tabellen.
Die SS04 sollte daher nicht als bereits abgeschlossener wissenschaftlicher Katalog verstanden werden, sondern als digital zugänglich gemachter Sammlungsbestand, dessen Detailerschließung teilweise noch fortgeführt werden kann.
Bedeutung für Heraldiker und Genealogen
Gerade solche Lacksiegelsammlungen sind mehr als eine Sammlung hübscher Wappenabdrücke. Sie können dort weiterhelfen, wo gedruckte Wappenbücher schweigen oder lediglich eine idealisierte Wappenzeichnung wiedergeben.
Ein authentischer historischer Siegelabdruck kann beispielsweise Hinweise geben auf:
- die tatsächlich verwendete Form eines Familienwappens,
- Helmzier und Schildgestaltung,
- Wappenvarianten einzelner Familienzweige,
- Ämter und Funktionen eines Siegelführers,
- Ordenszugehörigkeiten,
- kommunale und korporative Heraldik,
- sowie die zeitliche Verwendung bestimmter Wappenformen.
Damit ist die SS04-Lacksiegelsammlung eine ausgesprochen interessante Ergänzung zur großen Melly-Pettenegg-Siegelsammlung SS01 des ADLER.
Online-Zugang:
www.gesellschaftadle...hie/ss0400
Weiterführend – Übersicht der Siegelsammlungen des ADLER:
www.gesellschaftadle...aphie/ss00
Zum Vergleich – Siegelsammlung Smitmer-Löschner im Österreichischen Staatsarchiv:
Österreichisches Staatsarchiv – HHStA, Siegelsammlung Smitmer-Löschner
Für Heraldiker, Genealogen und Siegelforscher lohnt sich jedenfalls ein Blick in die einzelnen Kartons – manche der dort erhaltenen Abdrücke dürften Quellen darstellen, die in gedruckten Wappenwerken nur schwer oder überhaupt nicht aufzufinden sind.
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