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VORTRÄGE - Heraldisch-Genealogische Gesellschaft ADLER

Symposion 2026: 500 Jahre Mohács

Symposion 2026

Ankündigung Symposion 2026

„500 Jahre Mohács – Heraldik, Genealogie und symbolische Ordnungen im Wandel“

Die Heraldisch‑Genealogische Gesellschaft ADLER lädt im Jubiläumsjahr 2026 zu einem zweitägigen Symposion ein, das die vielschichtige Wirkungsgeschichte der Schlacht von Mohács beleuchtet. Die Veranstaltung widmet sich den Entwicklungen in Heraldik, Sphragistik, Vexillologie und Genealogie seit 1526 – jenen Bereichen, in denen politische Umbrüche besonders eindrucksvoll sichtbar werden.

Im Zentrum stehen die Veränderungen staatlicher, landständischer, städtischer und kirchlicher Wappen ebenso wie die Entwicklungen in der Familienheraldik. Ebenso betrachtet werden genealogische Netzwerke zwischen Böhmen, Ungarn und den österreichischen Ländern, deren Bedeutung für Herrschaft und Verwaltung kaum überschätzt werden kann.

Neben historischen und kunsthistorischen Perspektiven sollen auch rechtliche, konfessionelle und gesellschaftliche Aspekte diskutiert werden. Das Symposion versteht sich damit als interdisziplinäres Forum, das den aktuellen Stand der Forschung bündelt und neue Impulse gibt.

Rahmendaten

📅 Geplanter Zeitraum: zwei Halbtage im November 2026
📍 Ort: wird noch bekanntgegeben
🎤 Format: Vorträge à 30 Minuten
📘 Publikation: Ein Tagungsband mit den ausgearbeiteten Beiträgen ist vorgesehen.
Mit diesem Symposion möchte die Gesellschaft ADLER einen Beitrag zur Neubewertung eines Schlüsselereignisses der mitteleuropäischen Geschichte leisten – und zeigen, wie lebendig dessen Spuren bis heute sind.

„500 Jahre Mohács – Warum dieses Datum bis heute nachwirkt“

Die Schlacht von Mohács am 29. August 1526 markiert mehr als das Ende eines Herrschers. Sie ist ein Wendepunkt, der eine ganze Region neu formte. Als König Ludwig II. fiel, zerbrach nicht nur die böhmisch‑ungarische Jagiellonenlinie im Mannesstamm – es brach auch das dynastische Gleichgewicht Mitteleuropas auf. Die politischen Strukturen des spätjagiellonischen Ungarns, ohnehin bereits geschwächt, gerieten in eine Krise, die weit über militärische Aspekte hinausreichte.

Mohács machte sichtbar, wie fragil die politischen und administrativen Ordnungen des Königreichs geworden waren. Aus dieser Erschütterung ging ein komplexer Transformationsprozess hervor, der Böhmen, Ungarn und die österreichischen Länder enger verbunden hat, als es zuvor je der Fall war. Ob in der Organisation der Verwaltung, in der Repräsentation von Herrschaft, im Umgang mit Recht und Tradition – überall setzte eine Umgestaltung ein, deren Spuren sich noch heute verfolgen lassen.

Gerade deshalb lädt das Gedenkjahr 2026 dazu ein, nicht nur an die Schlacht selbst zu erinnern, sondern an die politischen, kulturellen und symbolischen Folgen, die aus ihr entstanden. Es ist ein Moment, der Fragen stellt – und Antworten verlangt.

Themenfelder und Forschungsfragen des Symposions

Um dieser langen Wirkungsgeschichte gerecht zu werden, widmet sich das Symposion einer Reihe zentraler Fragestellungen. Sie erlauben einen Blick auf jene Ebenen, auf denen sich der Wandel nach 1526 besonders eindrücklich zeigt:

  • Wie veränderten sich Wappen, Siegel und Fahnen, nachdem die habsburgische Herrschaft neue politische Realitäten schuf?
  • Welche neuen Formen symbolischer Repräsentation traten an die Stelle älterer Traditionen?
  • Welche genealogischen Verflechtungen entwickelten sich im Zuge der enger werdenden dynastischen Beziehungen zwischen Böhmen, Ungarn und den österreichischen Ländern?
  • Wie beeinflussten diese Verflechtungen Herrschaftsstrukturen und Identitätsbildung?
  • Wie wirkten Verwaltung, Recht und konfessioneller Wandel auf die symbolischen Ordnungen ein?
  • Lassen sich Phasen beschleunigten Wandels erkennen – etwa im Kontext der Reformation oder im Zeitalter des entstehenden Nationalismus?
  • Welche dieser Veränderungen sind heute noch sichtbar?
  • In Stadt- und Landeswappen, in kirchlichen Symbolen, in Adels- und Familienheraldik oder in staatlichen Emblemen?
  • Welche Rolle spielten soziale Schichtungen, vom Adel über den Klerus bis hin zum Bürgertum, bei der bewussten Aneignung und Anpassung der Symbolsprache?

Die Fragen verdeutlichen, wie eng politische Geschichte, kulturelle Identität und symbolische Formen miteinander verwoben sind. Das Symposion schafft daher Raum für einen interdisziplinären Dialog, der Geschichte sicht- und verstehbar macht.

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